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26.07.2022: Zur Siegerehrung gibt’s Wettfahrt-Tipps

Seeshaupt – Mal angenommen, bei der „Kieler Woche“ oder dem „America’s Cup“ sagt der Wettfahrtleiter zu den Seglern bei der Siegerehrung am Schluss: „Achtet nächstes Mal darauf, dass ihr auch bei der letzten Wettfahrt ganz über die Ziellinie fahrt und nicht schon vorher abdreht.“ Da wäre ganz schön was los – bei Teilnehmern, Publikum und Medien. Hier, auf der Wiese vor dem Klubheim der Segler des FC Seeshaupt, nehmen alle Anwesenden die Worte von Lasse Kenter wissbegierig auf – und niemand fühlt sich angegriffen.

Es ist ja auch keine vernichtende Kritik, sondern „ein Tipp“, wie der Wettfahrtleiter in sanftem Tonfall betont. Die knapp 80 jungen Segler, die vor Kenter sitzen, sind zum einen keine Profis und zum anderen eben genau deswegen gekommen: um während der Veranstaltung etwas zu lernen. Bei der Opti/Laser-Liga geht es darum, Kindern und Jugendlichen „die Möglichkeit zu geben, ins Regattageschehen reinzuschnuppern“, wie FCSS-Jugendwart Thomas Peter sagt.

In jedem bayerischen Segel-Revier sind zur Nachwuchsförderung solche Ligen vorgesehen, die übers Jahr verteilt mehrere Termine beinhalten. In der Seeshaupter Bucht haben sich die drei ansässigen Klubs (der FC, der Yachtclub/YCSS und der Segelverein Oberland/SVOS) darauf verständigt, sich jährlich mit der Austragung abzuwechseln. Heuer war mal wieder der FCSS an der Reihe – und am Ende eines herrlichen Sommertages stellte Jugendwart Peter zufrieden fest: „Es hat alles reibungslos geklappt.“

Knapp 80 Teilnehmer (ihr Alter bewegte sich im Bereich zwischen neun und 14 Jahren) waren gekommen, der überwiegende Teil davon mit Opti-Booten. Für ein Liga-Rennen „ist das viel“, sagt Peter. Entsprechend groß war der Aufwand für den Klub, in dem laut Homepage rund 150 Mitglieder organisiert sind. Damit ist er von den drei Seeshaupter Vereinen der kleinste. Zahlreiche Eltern lieferten die Boote ihrer Kids schon am Abend vorher an – Unterbringungs- und Parkmöglichkeiten mussten geschaffen werden. Am Renntag wurden die Teilnehmer und deren Begleiter allesamt verköstigt. Der FCSS meisterte die Herausforderung, was an vielen fleißigen Helfern lag. „Eine gute Crew“, sagte Jugendwart Peter mit anerkennendem Tonfall. Die Atmosphäre war entspannt, sie glich, kurz bevor die Teilnehmer ihre Urkunden erhielten, einem Sommerfest.

Die Opti-Laser-Liga ist darauf angelegt, dass die Kids in zwar konzentrierter, aber auch entspannter Atmosphäre Regattaerfahrungen sammeln können. Der Aufwand für die Teilnehmer, Eltern und Betreuer soll – auch in Bezug auf An- und Abreise – möglichst gering sein. Anders als größere Jugendregatten, wie zum Beispiel der jüngst ausgetragene „Seeshaupter Opti-Preis“ des YCSS (wir berichteten), geht die Liga an nur einem Tag über die Bühne.

Viel Verantwortung lastet neben den Trainern in den Begleitbooten (beim FCSS war Robert Ortolf fürs Coaching zuständig) vor allem auf der Wettfahrtleitung, eben weil es sich bei den Teilnehmern um Einsteiger handelt. Lasse Kenter, Merlin Gnutzmann und der Rest auf dem Startschiff hatten das Geschehen auch bei schwierigen Bedingungen im Griff. Der Wind blies mit rund zwei Beaufort, was für die Optis und Laser (die neuerdings offiziell ILCA heißen) okay ist, doch er drehte hin und her. Man habe „das Beste draus gemacht“, so Kenter. In beiden Bootsklassen konnten letztlich die maximal vorgesehenen zwei Wettfahrten durchgezogen werden.

Bei den „Laser“-Seglern siegte Mika Stelzmüller (SVOS) mit 2,0 Punkten vor Jannes Hendrich (YCSS) und Thomas Schlebach vom gastgebenden FCSS. Der Zweit- und Drittplatzierte hatten jeweils 5,0 Punkte auf dem Konto. Im großen Feld der Opti-Segler gewann Maui Mann vom Münchner Yacht-Club (MYC), der wie Laser-Sieger Stelzmüller das Optimum schaffte: Zwei Wettfahrten, zwei Siege. Zweite wurde Marlena Hof (Starnberger Regatta-Club/SRC) mit 4,0 Punkten. Rang drei ging an Jan-Moritz Erne (MYC) mit 10,0 Punkten. Der FCSS war bei den Optis mit sieben Seglern am Start. Am weitesten vorn landete Moritz Reininger (53,0), der die Regatta auf dem 24. Rang beendete. Die jeweilige Platzierung war nur ein Aspekt des Tages. „Ihr seid alle toll gesegelt“, sagte Klubvorsitzender Christian Kenter. Weitere Ergebnisse siehe Sport in Zahlen.

Jugendförderung

Für den Nachwuchs im Klub hält der FCSS demnächst noch weitere Aktionen ab. So findet am Samstag, 23. Juli, erstmals eine clubinterne Opti/Laser-Jugend-Regatta um den Hubertuscup statt. Mit dem Namen erinnert der FCSS an ein verstorbenen Vereinsmitglied. Vom 1. bis 4. August steigt die Jugendwoche, in der Training und Aktionen auf dem Programm stehen.



Quellenangabe: Weilheimer Tagblatt vom 14.07.2022, Seite 41

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